Die Integralis Methode

Die Integralis® Methode wird seit 2003 an der Integralis Akademie gelehrt und in einem deutschlandweiten Berater- und Seminarleiter-Netzwerk praktiziert, das mit dem Wissen und Können aus der Integralis Ausbildung viele Menschen unterstützt, berät und inspiriert.
Die dreijährige Integralis® Ausbildung vermittelt die Grundlagen der Integralis Methode in Theorie und Praxis und stattet Sie mit umfassenden fachlichen und persönlichen Kompetenzen für eine hochwertige Beratung von Menschen aus. Außerdem fokussiert sie auf eine nachhaltige Entwicklung der eigenen Persönlichkeit als Grundlage für eine starke Berater-Identität.

Persönlichkeitsentwicklung und fachlich-methodische Ausbildung greifen in den Ausbildungsmodulen, die als praxisorientierte Lern- und Forschungstage konzipiert sind, ineinander.

Die Integralis Ausbildung richtet sich an Menschen,
• die bereits beratend oder therapeutisch tätig sind und in einer erfahrungsorientierten Lernumgebung ihr methodisches Repertoire und ihre berufliche Kompetenz erweitern wollen,
• die sich erstmals das berufliche Feld der Beratung, der Therapie oder des Coachings erschließen wollen und nach einer zeitgemäßen, modernen Ausbildung suchen, die ihnen die notwendigen Handwerkszeuge für eine
erfolgreiche Beratungstätigkeit vermittelt.
• die ohne eine konkrete berufliche Ambition als Berater von den zahlreichen Impulsen einer kontinuierlichen Persönlichkeitsentwicklung profitieren möchten: für ihre persönliche Situation oder ihr jeweiliges Berufsfeld.

Ein zeitgemäßer Ansatz für Beratung, Coaching und Therapie

Die Integralis Methode ist eine zukunftsweisende, bewusstseinsorientierte Methode für Beratung, Coaching und Therapie. Sie verbindet individualpsychologische, körpertherapeutische, systemische und transpersonale Betrachtungs- und Arbeitsweisen zu einem innovativen, zeitgemäßen und hocheffizienten Ansatz und ermöglicht systematische Persönlichkeitsentwicklung an der Schnittstelle von Tiefenpsychologie, Bewusstseinsentwicklung
und konkreter sozialer Selbstverwirklichung.

Die theoretische Grundlage der Integralis Methode bilden Modelle der integralen Psychologie des zeitgenössischen Bewusstseinsforschers Ken Wilber ergänzt durch andere moderne systemische und körperorientierte Ansätze.

Ziel der Arbeit mit der Integralis Methode ist es, im privaten und beruflichen Kontext Lebensqualität, persönliche Stärke, konstruktive Beziehungen und Sinnhaftigkeit zu erleben; die vollständige Entfaltung der in einem Menschen
liegenden Potenziale bildet den Leitstern.

Eine Besonderheit der Integralis Methode besteht darin, dass sie sich nicht nur über ein spezifisches Methodenrepertoire definiert, sondern wesentlich über die innere Haltung des Beraters, Coaches oder Therapeuten. Diese innere Haltung ist als mehrperspektivisch, radikal wertschätzend und potenzialorientiert zu beschreiben und kreiert ein Feld, in dem veränderungswirksame Botschaften vermittelt werden können. Je weiter und offener der Bewusstseinsraum des Beraters ist, desto größer werden die Entwicklungsmöglichkeiten des Klienten.

Die Integralis Methode ist ausgezeichnet für die Arbeit mit Einzelpersonen sowie die Beratung von Paaren, Familien und Teams geeignet. Außerdem lässt sie sich gezielt auf die Anleitung von Gruppenprozessen übertragen. Die Arbeitsweise ist erfahrungsorientiert, innovativ und lebensnah.

Die Sehnsucht, ganz zu werden

In jedem Mensch lebt ein natürliches Bedürfnis nach Entwicklung. Oftmals scheinen Probleme, Konflikte und krisenhafte Lebenssituationen diesen Entwicklungsprozess zu stören oder sogar zu verhindern. Die fehlende Fähigkeit, angemessen mit Herausforderungen des Lebens umzugehen, kann dazu führen, dass wichtigen und notwendigen Veränderungsprozessen ausgewichen wird.

Im Verständnis der Integralis Methode entstehen Probleme und Krisen häufig als Folge unbewusster einschränkender Einstellungen und nicht vollzogener Entwicklungsschritte.

Die Integralis Methode befähigt zum konstruktiven Umgang mit ungelösten Lebensthemen und Krisen und fördert Entwicklungsschritte, die die Entfaltung einer authentischen „ganzen“ Individualität begünstigen. In zahlreichen Lebensbereichen verwandelt die Integralis Methode Stagnation und scheinbare Begrenzungen in lebendige Entwicklung und sinnerfülltes Sein.

Ziel der Arbeit mit der Integralis Methode ist es, Menschen dazu zu befähigen, die eigenen Entwicklungsimpulse aufzufinden, sich mit ihnen zu verbinden und sie konstruktiv in ihr Leben zu integrieren. Der Wunsch, das eigene Potenzial zur vollen Entfaltung zu bringen und (s)einen Platz in der Welt zu finden, ist der Motor für gelingende Persönlichkeitsentwicklung. Der Schlüssel für ein gut gelebtes Leben liegt in uns selbst, nicht im Außen.

Wenn es gelingt, dass ein Mensch sich mit seiner inneren Kraft verbindet und voller Motivation nach der Entfaltung des eigenen Potenzials strebt, dann münden die Entwicklungsprozesse unmittelbar in ein gut gelebtes Leben.

Die Integralis Ausbildung vermittelt ein ganzheitliches Entwicklungsmodell, das konstruktive Rahmenbedingungen für das natürliche menschliche Bedürfnis nach Potenzialentfaltung bietet. Einige wesentliche Aspekte dieses ganzheitlichen Entwicklungsmodells sollen hier kurz dargestellt werden.

Entwicklungslinien und Lebensbogen – Die Biographie als Zeitgestalt

Die Integralis Methode orientiert sich an einem Modell der Persönlichkeitsentwicklung, das den ganzen Lebensbogen umfasst und geht damit über konventionelle psychologische Entwicklungstheorien hinaus, die in der Regel mit dem Erwachsenwerden enden. Die Arbeit mit der Integralis Methode vermittelt ein umfassendes Verständnis aller wesentlichen Passagen im Lebensbogen menschlicher Entwicklung.

Sich mit den Schlüsselsituationen der eigenen Biographie auseinandergesetzt und diese nachhaltig reflektiert zu haben, ist eine wesentliche Voraussetzung, um andere Menschen umfassend unterstützen zu können.
Vermittelt wird ein Verständnis von Biographie als Zeitgestalt, die einerseits inneren Gesetzmäßigkeiten folgt und andererseits von jedem Menschen selbst gestaltet wird.


Der große Bogen der Gesamtbiographie erfährt aus der integralen Perspektive eine Feinstrukturierung durch eine Vielzahl von Entwicklungslinien. Diese Entwicklungslinien sind Bestandteile integraler Persönlichkeitsentwicklung.

Die nachfolgende Grafik zeigt, dass jede Entwicklungslinie in unterschiedlichem Maße ausgeprägt sein kann. So kann dieses Modell ein sinnvolles Instrument der Selbsteinschätzung sein und Entwicklungspotenziale sichtbar machen. Die Grafik zeigt einige der wichtigsten, nicht alle denkbaren Entwicklungslinien.

Entwicklungslinien

 

 

Ein starkes Ich und das Transpersonale – ein holonisches Modell

Im Verständnis der Integralis Methode wird Persönlichkeitsentwicklung nicht als eine lineare Bewegung (von einem Zustand zu einem anderen) aufgefasst, sondern als eine Ausdehnungsbewegung des Bewusstseins in einen Raum mit immer umfassenderen Möglichkeiten. Das jeweils Vorausgegangene geht nicht verloren, sondern bleibt als ein zugehöriges Element einer größeren Perspektive erhalten.

In diesem Konzept der holonischen Entwicklung werden gleichzeitig unterschiedliche Perspektiven und Verständnisebenen anerkannt. Es ist in besonderer Weise wertschätzend, sinnstiftend und offen für überraschende Lösungen.

Jede Entwicklungslinie, also jede potenzielle Fähigkeit eines Menschen, durchläuft verschiedene Stufen, die mit der Entwicklung seines Bewusstseins verwoben sind. Dieses Modell menschlicher Bewusstseinsentwicklung umfasst drei Stufen: eine frühkindliche Phase vor der Ausbildung eines stabilen Ich-Bewusstseins (präpersonale Entwicklungsstufe), die Entwicklung zum reifen Bewusstsein mit einem erwachsenen Ich-Fokus (personale Stufe) und die Erweiterung des Bewusstseins über das Ich-Konzept hinaus (transpersonale Stufe).

Innerhalb dieser drei großen Entwicklungsphasen (Stufen) beschäftigt sich die Integralis Methode insbesondere mit

• der Integration körperlich-emotionaler Primärimpulse,
• der Entwicklung einer starken und differenzierten Persönlichkeit und
• einem Öffnungsprozess des Bewusstseins für überpersönliche Ebenen.

Das Ziel dieses Entfaltungsprozesses ist der freie Zugang zu allen Ebenen, so dass
menschliche Ganzheit erfahren und gelebt werden kann.



Die drei Säulen der Integralis Methode

körperorientiert - systemisch - transpersonal

In der praktischen Anwendung der Integralis Methode wird lebendigen Körpererfahrungen und intensivem, persönlichem Erleben ein besonderer Wert zugemessen. Bewusstseinsentwicklung im Sinne der Integralis Methode ist ein ganzheitliches Geschehen, das den Körper, die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Schulung von Achtsamkeit einbezieht.

Für den theoretischen Rahmen stehen systemische Sichtweisen und Modelle zur integralen Persönlichkeitsentwicklung im Vordergrund. Aus dem intensiven Erproben in der Praxis und ständiger theoretischer Reflexion entwickelte sich in einem organischen Prozess das Drei-Säulen-Modell der Integralis Methode: körperorientiert-systemisch-transpersonal.

• Aus der Wurzel der neo-reichianischen Körperarbeit entstand eine zeitgemäße, feinspürige körperorientierte Bewusstseinsarbeit.
• Der systemische Einfluss konkretisierte sich in seiner strategischkonstruktivischen Ausprägung und der damit verbundenen Prise Lebensfreude und Humor.
• Bei der Erforschung von transpersonalen Bewusstseinszuständen wurde zunehmend auf den Alltagsnutzen dieser Erfahrungen fokussiert.

Die drei Säulen sollen im Folgenden dargestellt und in ihrer Relevanz für den integralen Ansatz erläutert werden.

Persönlichkeitsentwicklung 

 

„Was wir suchen, ist die Erfahrung lebendig zu sein.
Und zwar so, dass die Erfahrung des Lebens auf der physischen Ebene
zugleich unser innerstes Wesen und unsere innerste Realität berührt
und wir die Ekstase fühlen, lebendig zu sein.“
Joseph Campbell

1. Körperorientiert: Körper und Gefühl verbinden

Der Körper verbindet uns unmittelbar und während unseres ganzen Lebens mit der Natur. Die körperliche Erscheinung und der Bewegungsausdruck eines Menschen ist ein unmittelbarer Zugang zum Unbewussten. Eine differenzierte Körperselbstwahrnehmung eröffnet den Zugang zu tieferliegenden Gefühlswelten. Das kann manchmal eine Herausforderung sein; letztlich ermöglicht es aber ein besseres Verstehen der eigenen Person und eine Integration auf höherem Niveau.

Freie Bewegung und sinnliche Körpererfahrungen schaffen eine lebendige und genussvolle Verbindung zu unseren organismischen Wurzeln. Die körperorientierte Arbeitsweise der Integralis Methode, die in den Arbeiten von David Boadalla, Jay Statman, Ron Kurtz und Maja Storch gründet, begünstigt die Entwicklung von Selbstvertrauen und tiefer, innerer Entspannung. Ein umfassendes Bewusstsein des eigenen Körpers ist die Voraussetzung für eine Präsenz, die uns im Leben und in unseren Beziehungen vollständig anwesend sein lässt.

2. Systemisch: Freude an Beziehung und Veränderung erleben

Die Basis der systemischen Arbeitsweise ist das tiefe Wissen um die komplexen und widersprüchlichen Erscheinungsformen des Beziehungslebens. Darunter verstehen wir nicht nur die Dynamik der Lebenspartnerschaft, sondern alle privaten und beruflich relevanten Beziehungen des eigenen Lebensentwurfs.

„Systemisch“ bedeutet für uns, dass ein persönliches Problem im Kontext des Zugehörigkeitssystems (Familien, Teams, Paare etc,) verstanden und bearbeitet wird. Geeignete Interventionen setzen deshalb an den Interaktions- und Kommunikationsmustern an und beleuchten die Beziehungsdynamik.

Kreative Skulptur- und Aufstellungsarbeiten in der Gruppe und in der Einzelarbeit verdeutlichen unbewusste Bindungen, bringen bislang verborgene Handlungsmotive ans Licht und eröffnen neue Handlungsmöglichkeiten.

Der systemische Ansatz, der an Arbeiten von Gunther Schmidt, Steve de Shaizer und Matthias Varga von Kibed anschließt, ist grundsätzlich lösungsorientiert, d. h., der Blick ist auf eine positive Neuordnung menschlicher Zugehörigkeitssysteme gerichtet. Unser Ziel ist es zu lernen, zwischenmenschliche Beziehungen so zu
gestalten, dass sie von den Beteiligten als eine Quelle der Freude und Inspiration erlebt werden.


„Handle stets so, dass neue Möglichkeiten entstehen.“
Heinz v. Foerster

3. Transpersonal: Das überpersönliche Bewusstsein erforschen

Der Mensch ist mehr als seine individuelle Persönlichkeit. In transpersonalen Dimensionen des Bewusstseins erfährt er sich als Teil eines umfassenden, geistigen Feldes - ungetrennt, offen und zeitlos.

Der transpersonale Ansatz in der Integralis Methode geht über die Erklärung von Ursachen seelischer Gleichgewichtsstörungen hinaus. Innere und äußere Konflikte werden als natürlicher Ausdruck des dualen Bewusstseins verstanden. Sie dienen als Anlass für eine Erforschung, die sich der Erfahrung von Seinsqualitäten zuwendet, welche jenseits der persönlichen Ebenen und der mentalen Reflexion liegen. In einer natürlichen inneren Bewegung kann ein umfassendes, existenzielles Vertrauen gefördert und gefestigt werden.

Verschiedene meditative Übungen und die vertiefende Arbeit mit Schlüsselfragen ermöglichen den Zugang zu erweiterten Bewusstseinszuständen.

Wie in der transpersonalen Psychologie (mit ihren Wegbereitern C.G. Jung, Jean Gebser, Graf Dürckheim, Stanislav Grof, Roberto Assagioli und Ken Wilber) inspirieren die Erkenntnisse verschiedener großer Weisheitslehren (Buddhismus, Taoismus, westliche Spiritualität u.a.) den integralen Weg zur Entwicklung eines umfassenden Bewusstseins.


„Eine Kernkompetenz des transpersonalen Therapeuten
ist das unmittelbare Erkennen und Lösen eigener Identifikationen.“